Mädchen trifft auf Neanderthaler, © Neanderthaler Museum_H.Neumann

Ausgefallene Museen und andere historische Orte


Burgen, Bunker, Tüftler

Über 900 Museen buhlen in NRW um die Gunst der Besucher. Neben international renommierten Häusern wie das Essener Museum Folkwang lohnt sich auch ein Besuch in vielen kleineren Museen.

Design und Architektur

Das Museum für Angewandte Kunst in Köln zum Beispiel besitzt die einzige Sammlung zeitgenössischen Designs in Nordrhein-Westfalen. Sein Konzept, Design und Werke der bildenden Kunst gemeinsam auszustellen, ist europaweit einmalig. Zu sehen sind unter anderem Möbel, Keramik, Schmuck und Textilien vom Spätmittelalter bis zum Designobjekt des 20. Jahrhunderts. Daneben gibt es Sonderausstellungen, die sich nicht nur mit bildender Kunst oder Design, sondern zum Beispiel auch mit Fotografie, Architektur oder Kunsthandwerk beschäftigen.
www.museenkoeln.de 

Wer sich für zeitgenössische Architektur interessiert, sollte sich das MARTa in Herford auf den Ausflugszettel schreiben. Das „M“ steht dabei für „Möbel“, das „ART“ für Kunst und das „a“ für Architektur und Ambiente. Der Museumsbau im Teutoburger Wald, der nach den Plänen des amerikanischen Star-Architekten Frank Gehry errichtet wurde, gehört zu den interessantesten Museumsgebäuden der Welt. Drinnen gibt es Werke zeitgenössischer Künstler zu sehen, die im Spannungsfeld von Architektur, bildender Kunst und Design arbeiten.
www.marta-herford.de

Etwas für die Augen ist auch das Zentrum für internationale Lichtkunst in Unna - das weltweit erste und bislang einzige Museum, das sich ausschließlich der Lichtkunst widmet. Internationale Lichtkünstler präsentieren hier in Kühlräumen, Gängen und Gärbecken der ehemaligen Lindenbrauerei ihre Werke. Die frühere Brauerei ist zugleich Ankerpunkt der Route der Industriekultur im Ruhrgebiet, die sich auch mit dem Rad erkunden lässt. 
www.lichtkunst-unna.de

Medien und Natur

Einer ganz anderen Kunst widmet sich das Filmmuseum Düsseldorf. Das interaktive Ausstellungshaus bietet Besuchern einen Einblick in die Welt des Films von seinen Anfängen bis in die Gegenwart. Unter anderem sind Projektoren und Kameras, Requisiten und Kostüme, Plakate und Drehbücher zu sehen. Hinzu kommen ein Studio und ein Bereich für Tricktechnik. Im hauseigenen Kino gibt es jeden Tag Programm. Zu finden ist hier auch eine von nur noch vier erhaltenen Welte-Kinoorgeln, die regelmäßig bei Stummfilmvorführungen eingesetzt wird.
www.duesseldorf.de

Ein Medium steht auch in Aachen im Mittelpunkt: Das Internationale Zeitungsmuseum verfügt über die umfangreichste Zeitungssammlung weltweit. Unter den über 200.000 deutschen und internationalen Blättern finden sich zahlreiche Raritäten wie Erst-, Sonder- und Schlussausgaben.
www.izm.de

Wer sich für Naturkunde interessiert, ist im Zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig in Bonn richtig. Es gehört zu den bedeutendsten Naturkundemuseen in Deutschland und präsentiert in der Dauerausstellung so unterschiedliche Lebensräume wie die afrikanische Savanne, tropische Regenwälder und die polare Eiswelt.
www.zfmk.de

Bunker und der Bundeskanzler

Auch in der deutschen Geschichte hat das Naturkundemuseum einmal eine wichtige Rolle gespielt: Am 1. September 1948 fand im Lichthof die konstitutionierende Sitzung des Parlamentarischen Rates statt, der das Grundgesetz erarbeiten sollte. Konrad Adenauer erledigte in den Räumen 1949 und 1950 zudem eine Zeit lang seine Amtsgeschäfte, im Hörsaal fanden Kabinettssitzungen statt. Noch bis Mitte der 1950er Jahre waren hier Teile des Bundeskanzleramts und des Auswärtigen Amtes untergebracht. In einem Behelfsbau im Garten hatte zudem das spätere Bundesverteidigungsministerium seinen Sitz.

Adenauer hingegen zog es nach einigen Monaten vor, ins Palais Schaumbug umzuziehen. Auch dieser Sitz kann normalerweise besichtigt werden. Voraussichtlich bis 2017 ist er jedoch wegen Umbauarbeiten geschlossen.
www.hdg.de/palais-schaumburg

Geöffnet ist jedoch der Kanzlerbungalow, in dem die deutschen Regierungschefs zwischen 1964 und 1999 wohnen konnten. Besucher können sich hier sowohl die repräsentativen als auch die Privaträume ansehen.
www.hdg.de/kanzlerbungalow   

Von wo aus die Bundesregierung im Kriegsfall den Funkverkehr aufrechterhalten wollte, ist in Bad Münstereifel zu sehen. Durch den Geheimbunker und über das zugehörige Antennenfeld gibt es im Sommerhalbjahr regelmäßig Führungen.
www.bunker-kirspenich.de

Unweit entfernt, in Kall in der Eifel, steht auch der ehemalige Atombunker der nordrhein-westfälischen Landesregierung. In dem unterirdischen Zufluchtsort ist alles zu finden, was der Regierung nicht nur das Überleben, sondern auch das Steuern der Regierungsgeschäfte möglich machen sollte – von der Notstromversorgung über ein Rundfunkstudio bis zu Schlafräumen. Während der Ausweichsitz jahrzehntelang ein gut gehütetes Geheimnis war, werden heute auch hier Führungen für Besucher angeboten.
www.ausweichsitz-nrw.de

Bergmannstradition

Einen ganz anderen Teil der nordrhein-westfälischen Geschichte erzählt das Haus des Bergmanns in Kamp-Lintfort. Das Museum, das in einem ehemaligen Bergarbeiterhaus für zwei Familien untergebracht ist, zeigt detailgetreu, wie eine Bergmannfamilie um 1910 gelebt hat. Im zweiten Teil des Hauses werden technische Geräte gezeigt und die Geschichte des Bergbaus erzählt.
www.kamp-lintfort.de

Wer sich lieber einen Stollen anschaut, hat dazu in NRW aufgrund der langen Bergbautradition viele Möglichkeiten. In Neunkirchen in der Region Siegerland-Wittgenstein beispielsweise kann man die 1962 stillgelegte und damals tiefste Eisenerzgrube Europas besichtigen. Im Schaubergwerk Wodanstollen vermitteln verschiedene Werkzeuge und Maschinen einen Eindruck von der harten und zunehmend technisierten Arbeit der Bergleute im 20. Jahrhundert. Viele der Werkzeuge werden bei den Führungen in Betrieb gesetzt.
www.kulturregion-swf.de

Tüfteln und Staunen

Um Arbeit und Technik geht es auch im Deutschen Schloss- und Beschlägemuseum in Velbert im Neanderland, dem weltweit einzigen wissenschaftlich geführten Museum für Schließ- und Sicherheitstechnik. Hinter dem etwas drögen Namen verbirgt sich ein spannender Knobelort für Tüftler. Denn hier können die Öffnungsmechanismen unzähliger Schlösser aus aller Welt ausprobiert werden, darunter der Mechanismus des angeblich sichersten Schlosses der Welt.
www.schlossundbeschlaegemuseum.de 

Das Highlight im LVR-Industriemuseum Gesenkschmiede Hendrichs in Solingen sind die Scherenrohlinge, die noch heute unter lautem Getöse hier geschmiedet werden. Fast nebenbei erfahren Besucher Interessantes über die Geschichte der berühmten Solinger Schneidwarenindustrie, die einst für den gesamten europäischen Markt und Länder in Übersee produzierte. Hundert Jahre lang wurden auch in der Gesenkschmiede Hendrichs Scherenrohlinge geschmiedet und teilweise weiterverarbeitet, bis das Unternehmen wegen einer schweren Konjunkturkrise 1986 stillgelegt wurde. Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) übernahm das Unternehmen jedoch inklusive Inventar und Fabrikantenvilla und machte daraus ein Museum. Beschäftigte von damals arbeiten heute im Schaubetrieb.
www.industriemuseum.lvr.de

Weitere frühere Produktionsräume können Besucher in Krefeld am Niederrhein erkunden. Die Historische Weinbrennerei Dujardin bietet inzwischen regelmäßig Führungen an.
www.weinbrennerei-dujardin.de

Besuch hinter Gittern

Die Geschichte der früheren Justiz im Paderborner Land erzählt das Alte Gericht Fürstenberg. Neben der Richterstube können hier verschiedene Gefängniszellen besichtigt werden, die im Keller des Gebäudes liegen. Gitter, Kettenringe und Schließvorrichtungen sind noch so erhalten, wie sie vom Mittelalter bis ins frühe 20. Jahrhundert im Einsatz waren.
www.altes-gericht-fuerstenberg.de

Dreiecksburg und Steinzeitwerkstatt

Unweit entfernt liegt die Wewelsburg, Deutschlands einzige Dreiecksburg in heute noch geschlossener Bauweise. Eine Gedenkstätte erinnert an die Rolle der Burg im Dritten Reich. KZ-Häftlinge sollten sie zu einer zentralen Versammlungs- und Ideologiestätte für die SS umbauen. Die Gedenkstätte mit der Dauerausstellung „Ideologie und Terror in der SS“ ist im ehemaligen SS-Wachgebäude am Burgvorplatz untergebracht. In der Wewelsburg befindet sich zudem das Historische Museum des Hochstifts Paderborn, das die Geschichte des Paderborner Lands von den Anfängen der Besiedlung bis zur Säkularisierung erzählt.
www.wewelsburg.de

In noch entferntere Zeiten entführt das Neanderthal-Museum in Mettmann seine Besucher. Die interaktive Dauerausstellung zeigt die Entwicklung der Menschheit. In der Steinzeitwerkstatt können Besucher testen, ob sie in der Steinzeit überlebt hätten: Hier kann man selbst Messer mit Feuersteinklingen fertigen und ausprobieren, ob man mit Pfeil und Bogen Tiere erlegen könnte.

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