Blick von der Bootstour mit der weißen Flotte in Mülheim an der Ruhr, © Tanja Neumann

Anne und auffe Ruhr – Ausflug mit der Weißen Flotte


Der etwas andere Blick aufs Ruhrgebiet

Ich bin ein echtes Ruhrpottkind und konnte noch nie verstehen, wenn mich auf Reisen so mancher mitleidig angeschaut hat, wenn ich meine Heimat stolz verkündete. Der Pott ist grün, grüner als so mancher denkt.

Mitten im Revier liegt meine Heimatstadt Mülheim an der Ruhr. Hier ist man bei Freunden zu Hause: Da, wo Ette (also ich) ihre Kindheit verbrachte. Das ist da, wo man anne Bude einkaufen geht, wo mein Bruder Dirk „Diaak“ gerufen wird, wo Besitzverhältnisse klar dargestellt werden („Dat is Omma ihr Schirm!“) oder wo das Herz für den richtigen Spoat (Sport) entweder für blauweiß oder schwatzgelb schlägt. Vor allem aber, wo „hasse, bisse, kannse und hömma“ kein Dialekt, sondern ein Lebensgefühl ist. In mitten dieser Atmosphäre kann man ein besonderes Stück Natur erleben. Mein Frühlingstipp mit Retrocharme: Vom Mülheimer Wasserbahnhof bis Essen-Kettwig eine gemütliche Schiffchenfahrt mit der Weißen Flotte genießen.

Hauptanlegestelle der weißen Flotte ist der Wasserbahnhof in Mülheim an der Ruhr. 1927 war er lediglich ein kleines Büdchen, diente aber schon damals als Anlegestelle und Ticketverkauf. Es lohnt sich vor der Schifffahrt ein wenig Zeit einzuplanen: Begehrtes Fotomotiv ist die vorgelagerte Blumenuhr auf der Insel der Ruhrschleuse. In der ansässigen Gastronomie kann man prima seinen Ausflugsstag starten oder ausklingen lassen. Das Erlebnismuseum Haus Ruhrnatur liegt gleich nebenan.  

Die Weiße Flotte bietet Linienfahrten und Sonderausflüge an. Genaue Abfahrtszeiten sind am besten dem Jahresfahrplan zu entnehmen. Entspannt schippert man durch die Ruhrauen und genießt einzigartige Ausblicke gemütlich an Deck oder auch bei nicht so schönem Wetter geschützt an Bord. Nach einer Stunde erreicht man den Anleger in Essen-Kettwig. Ein Rundgang durch die Altstadt lohnt – und nicht nur wegen dem leckeren Kuchen in den zahlreichen Cafés. Kettwigs Altstadt hat Charme. Mit seinen Fachwerkhäusern und verwinkelten Gässchen ist dieser Stadtteil von Essen ursprünglich und bietet Postkartenflair.

Retour geht es für mich wieder per Schiff. Es können allerdings auch einzelne Streckenkarten gekauft werden, denn wer es sportlicher mag, kann mit seinem Rad den Rückweg radeln. Direkt an der Ruhr entlang führt ein schöner Radweg mit weiteren interessanten Etappenorten.

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Folge 2 von "Tanjas bunte Tüte"