Viele Radwege führen am Wasser vorbei, © Tourismus NRW e.V.

Ausflüge mit dem Fahrrad


Tipps für genüssliche Radtouren durch NRW

Spätestens wenn sich die ersten wärmenden Sonnenstrahlen ihren Weg bahnen, ist es Zeit für die erste Radtour des Jahres. 14.000 Kilometer Radwege stehen in NRW zur Auswahl – vom Klassiker bis zum Geheimtipp. Und ständig kommen neue Angebote hinzu.

Sich beim Berg-hoch-Strampeln richtig auspowern oder genüsslich durch die Ebene radeln – dank des riesigen Radwegeangebots findet in Nordrhein-Westfalen wohl jeder den passenden Weg für sich. Allein unter den acht Routen, die aktuell vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) als Qualitätsrouten ausgezeichnet sind, sind ganz verschiedene Angebote, von der Tour durchs flache Münsterland bis zur Bergtour im Teutoburger Wald.  

Gemütlich unterwegs

Ein besonderes Highlight für Genussradler sind auch die vielen Bahntrassenrouten im Land. Da hier früher vollbeladene Eisenbahnen entlangzuckelten, waren starke Steigungen beim Trassenbau tabu. Heute profitieren davon die Radler: Sie können den Ausblick vom Gipfel genießen, ohne sich vorher allzu sehr angestrengt zu haben. Eine der beliebtesten Bahntrassenrouten im Land ist die Vennbahn, die über Aachen und das hübsche Fachwerkstädtchen Monschau nach Belgien und Luxemburg führt.  Mit ihren 125 Kilometern gehört sie zu den längsten Bahntrassen-Radwegen Europas und wurde vom ADFC mit vier Sternen ausgezeichnet.

Aber auch steilere Wege sind selbst für gemütliche Radler heute kein großes Problem mehr, dem E-Bike sei Dank. Immer mehr Regionen stellen sich auf die besonderen Bedürfnisse der E-Bike-Radler ein und bieten etwa Übersichtskarten mit Verleih- und Aufladestationen, wie zum Beispiel die Nordeifel. Das Sauerland und der Teutoburger Wald schlagen ihren Besuchern auch spezielle Touren mit dem E-Bike vor.
www.nordeifel-tourismus.de | www.teutonavigator.com

Schlösser- und Burgentouren

Natürlich kann man mit dem E-Bike auch übers flache Land radeln, sei es, um sich zu schonen oder aber um noch mehr von der schönen Landschaft ringsum zu sehen. Lohnen würde sich das zum Beispiel auf der 100-Schlösser-Route durchs Münsterland, die als Königin unter den Radwegen in Deutschland gilt. Wer sie einmal ganz abfahren möchte, muss selbst mit dem E-Bike ein paar Tage Zeit mitbringen, denn sie erstreckt sich über fast 1.000 Kilometer.

Nicht ganz so lang, für Schlösser- und Burgenfans aber ähnlich reizvoll, ist die Wasserburgen-Route, die am Rande der Eifel und der Kölner Bucht entlang durch die wasserburgenreichste Region Europas führt. Auf ihren 470 Kilometern passiert sie neben 120 Burgen und Schlössern auch verschiedene historische Ortszentren, Klöster und Mühlen.
www.die-wasserburgen-route.de

Naturerlebenisse

Wer die Wasserburgen-Route schon kennt und liebt, kann auch den nahegelegenen Erft-Radweg ausprobieren. Er ist zwar weniger bekannt als andere Flussradwege in NRW, etwa der Ruhrtalradweg oder der Rheinradweg, an Highlights am Wegesrand mangelt es aber auch ihm nicht. Unter anderem geht es auf 110 Kilometern vorbei an den Schlössern Augustusburg und Falkenlust, die auf der Liste der Unesco-Welterbestätten stehen, Schloss Gymnich, dem früheren Gästehaus der Bundesregierung, und durchs mittelalterliche Eifelstädtchen Bad Münstereifel.  

Im Frühling und Sommer ist auch die Flamingo-Route im Münsterland ein besonderer Geheimtipp für Radfahrer. Denn auch wenn es Nichteingeweihte kaum für möglich halten: Der Radweg führt tatsächlich zu Flamingos. Die langbeinigen Vögel haben das Zwillbrocker Venn zu ihrer Heimat auserkoren und damit die nördlichste Flamingo-Brutkolonie Europas gegründet. Meist sind sie von März bis Juli zu beobachten, bei erfolgreicher Brut auch bis September, besonders gut von den eigens dafür eingerichteten Kanzeln. Der gesamte Fahrrad-Rundkurs erstreckt sich über 450 Kilometer und führt, wie alle Radwege im Münsterland, nahezu ausschließlich durch die Ebene, sodass er auch für Ungeübte geeignet ist. Neben den Flamingos bietet die Route auch hübsche Orte, Schlösser und Herrensitze.

Ein toller Ausflug für Naturfans ist auch ein Besuch auf der Bislicher Insel bei Xanten. Das Naturschutzgebiet ist eine der letzten Auenlandschaften Deutschlands und bietet unzähligen Vogelarten und seltenen Wasserpflanzen ein Zuhause. Radler können den 2,5 Kilometer langen Radweg über die Insel nehmen. Unweit entfernt hält auch eine Fahrradfähre, sodass sich der Weg mit weiteren Touren am Niederrhein verbinden lässt.

Rad und Kultur

Wer es lieber städtischer mag, kann die Bundesviertel-Route durch Bonn nehmen. Mit ihren 20 Kilometern ist sie prädestiniert für einen Tagesausflug – zumal noch genug Zeit bleibt, eines der zahlreichen Museen oder einfach der gemütliche Flair der schönen Stadt am Rhein zu genießen. Die Route selbst verbindet zahlreiche sehenswerte und geschichtsträchtige Orte aus der bundesdeutschen Geschichte und Gegenwart wie etwa den Bonner Dienstsitz der Bundeskanzler und Bundespräsidenten, das Palais Schaumburg und die Villa Hammerschmidt.
www.bonn-international.org

Radfahren in den Bergen

Während die eher flachen Regionen Nordrhein-Westfalens bei Radreisenden längst bekannt sind, verbinden viele das Sauerland wohl nicht als erstes mit ausgezeichneten Radwegen, sondern eher mit Wintersport oder Wandern. Dabei hat sich die Region inzwischen in ein wahres Radlerparadies verwandelt, in dem normale Radfahrer ebenso glücklich werden wie Mountainbiker. Gerade Winterberg, wo sich im Winter die Skifahrer tummeln, hat sich zu einem Rad-Hotspot gemausert.

Mit der Georadroute Ruhr-Eder, die im Sommer 2015 eröffnet wurde, treffen sich inzwischen drei große Radwege in der kleinen Stadt im Sauerland – neben der neuen Strecke auch der Ruhrtalradweg und die Lenneroute, sodass Radler ihre Tour von Hessen bis ins westliche Ruhrgebiet verlängern können. 

Highlights für Mountainbiker

Für Mountainbiker eröffnete 2015 in Winterberg der größte Trail-Park Nordrhein-Westfalens. Rund ein Drittel der insgesamt rund 60 Kilometer langen Strecken verlaufen über sogenannte Single-Trails, auf denen Wurzeln, Erdhügel und anspruchsvolle Felspassagen für besondere Herausforderungen beim Fahren sorgen. Für Neulinge gibt es Übungsparcours.  Und auch für die passende Unterbringung ist gesorgt, denn in Winterberg steht Deutschlands erste Jugendherberge, die sich mit dem Bett+Bike-Sport-Siegel schmücken darf. Das bedeutet, dass das Haus auf die besonderen Bedürfnisse von Mountainbikern und Rennradfahrern eingestellt ist. Unter anderem gibt es eine Technikecke, einen Wäscheservice und einen diebstahlsicheren Raum. 2016 wird die Jugendherbergen nach einem Komplettumbau neu eröffnet.

Unterwegs auf neuen Strecken

Auch für Radler, die steigungsarme Strecken bevorzugen, hat NRW neue Wege zu bieten: Im Grenzgebiet von Sauerland und Ruhrgebiet etwa führt der "Ruhr-Lenne-Achter" ab April 2016 fast ohne Steigung über rund 70 Kilometer Strecke. Unterwegs führt er an Sehenswürdigkeiten wie der Dechenhöhle in Iserlohn, dem Felsenmeer und dem Sauerlandpark in Hemer, dem Schmiedemuseum in Fröndenberg oder der historischen Fabrikanlage Maste-Barendorf in Iserlohn vorbei. Der Ruhr-Lenne-Achter, der größtenteils ehemalige Bahntrassen und zum Teil auch den RuhrtalRadweg nutzt, gliedert sich in eine rund 42 Kilometer lange östliche Runde sowie in einen westlichen Rundkurs von rund 52 Kilometern Länge.

In der Eifel führt ein neuer Radweg durch die römische Geschichte der Region: Via Velo heißt der rund 22 Kilometer lange Rundkurs zwischen Nettersheim und Blankenheim, an dessen Wegesrand etwa der Archäologische Landschaftspark mit Matronenheiligtum und Kleinkastell, die Ahrquelle oder eine Römervilla liegen.
www.outdooractive.com/ruhr-lenne-achter | www.nettersheim.de

Tourenplaner

Das Angebot für Radfahrer in Nordrhein-Westfalen ist groß und wird durch neue Angebote immer größer. Einen Überblick über alle Routen im Land bietet der Radroutenplaner NRW, mit dem Touren von Haustür zu Haustür geplant werden können. Außerdem werden hier noch einmal die schönsten Routen vorgestellt.
www.radroutenplaner.nrw.de

Naturfans nutzen am besten das Internetportal, welches der Naturschutzbund Deutschland gemeinsam mit der Fachhochschule Münster entwickelt hat. Radler haben hier die Möglichkeit, sich selbst eine Tour zusammenzustellen, die 200 ausgewählte Naturschutzgebiete miteinander verbindet. Über eine App können unterwegs auch Informationen über die aktuelle Route und Sehenswürdigkeiten abgerufen werden.  
www.natur-erleben-nrw.de

Für Touren durchs Rheinland ist die Radfahr-App „QuoRadis“ bestens geeignet, die sogar mit einem touristischen Innovationspreis ausgezeichnet wurde. Neben einfachen Routenvorschlägen und Informationen zu Hotels und Gaststätten am Wegesrand bietet sie an ausgewählten Orten auch Multimedia-Beiträge, die in kurzen Filmen einen Einblick in Gebäude gewähren, zu denen Besucher normalerweise keinen Zutritt haben.
www.radregionrheinland.de

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