Unesco-Welterbe Corvey an der Weser, © Kulturkreis Hoexter-Corvey gGmbH

Schloss Corvey


Westfalens erste Unesco-Welterbestätte

Seit 2014 hat auch Westfalen sein erstes Unesco-Welterbe: Die frühere Benediktinerabtei Corvey mit der gleichnamigen untergegangenen Klosterstadt darf sich mit dem Titel schmücken.

Die ehemalige Benediktinerabtei Corvey in Höxter ist einmalig: Ihr sogenanntes Westwerk ist nicht nur eines der wenigen fast vollständig erhaltenen Bauwerke aus der Karolingerzeit, sondern auch das einzige erhaltene karolingische Westwerk überhaupt. 2014 verlieh die Unesco dem früheren Kloster und der gleichnamigen untergegangenen Klosterstadt daher den begehrten Unesco-Titel und schenkte Westfalen damit seine erste Welterbestätte überhaupt.

 

Imposantes Westwerk

 

Imposante Westwerke wie in Corvey hatten einst eine besondere Aufgabe zu erfüllen. Meist wurden sie an Kirchen von Reichsklöstern angebaut, in denen reisende Könige oder Kaiser residierten. Lediglich die Herrscher und ihr Gefolge durften sie nutzen. Von einer Empore aus, die sich zum Kirchenraum öffnete, konnte der König oder Kaiser aus einer erhöhten Position am Gottesdienst teilnehmen.

 

Einzigartig macht das Corveyer Westwerk nicht nur sein Alter, sondern auch seine prächtige Wandmalerei, die in Fragmenten noch heute erhalten ist. Sie zeigt Szenen aus der Odyssee und beweist damit, dass auch sakrale Gebäude der damaligen Zeit auf Bilder aus der Antike zurückgegriffen haben. Besonders ist auch die Orgel in der ehemaligen Abteikirche, die zu den schönsten und bedeutendsten Orgeln Westfalens gehört: 1681 wurde sie nach der besonders aufwändigen Springladentechnik gefertigt und gehört heute zu nur sieben solcher Instrumente, die weltweit noch im Einsatz sind. 

 

Geschichte von Corvey

 

Doch nicht nur bau- und kunstgeschichtlich, auch kirchenhistorisch hat Corvey eine herausragende Bedeutung: Der Bau geht bis auf Kaiser Karl den Großen zurück. Der hatte die heidnischen Sachsen in der Region besiegt und wollte ihnen die Übermacht des Christentums auch durch die Errichtung des neuen Klosters beweisen. Innerhalb kurzer Zeit avancierte die Abtei zum geistigen, wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Leuchtturm. Mönche brachten von hier aus den christlichen Glauben bis nach Nordeuropa.

 

Anfang des 19. Jahrhunderts wurde das Kloster aufgelöst und wenig später in die Hände der Herzöge von Ratibor und Fürsten von Corvey übergeben. Die Familie ist bis heute, gemeinsam mit der Kirchengemeinde, für Corvey verantwortlich.

 

Einer der berühmtesten Bewohner Corveys war August Heinrich Hoffmann von Fallersleben. Der Verfasser der deutschen Nationalhymne war hier als Bibliothekar des Herzogs tätig und wurde nach seinem Tod auf dem benachbarten Friedhof begraben. Sein Grab ist noch heute zu sehen. Schloss Corvey selbst beherbergt inzwischen unter anderem ein Museum, ein Restaurant und ein Aktivhotel. Besucher können sich neben dem prächtigen Kaisersaal die historischen Prunk- und Wohnräume aus dem 18. und 19. Jahrhundert ansehen. Auch die Fürstliche Bibliothek steht Gästen offen. Mit ihren rund 75.000 Bänden, die in 15 Sälen untergebracht sind, ist sie eine der bedeutendsten Privatbibliotheken Deutschlands.

 

Öffnungszeiten:
Ende März bis Anfang November: Täglich: 10.00 - 18.00 Uhr

 

Termine 2015:
Corveyer Musikwochen: jährlich im Mai/Juni

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